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Arbeitshund Catahoula

(English translator)

Der Louisiana Catahoula Leopard Dog ist ein Arbeitshund!

…das bekommen die freundlichen Menschen, als wichtigste Information von mir, wenn sie sagen: – „So ein schöner Hund und diese tollen blauen Augen!“

„Erkläre einem Catahoula was sein Job ist und er wird es tun, egal was es ist„ Einige Catahoulabesitzer kennen diesen Satz vielleicht und es ist sicher was dran, wenn man die vielseitigen Aufgaben bedenkt, für die der Catahoula auch heute noch in den USA und teilweise auch in Europa Verwendung findet. Ganz stimmt er jedoch nicht. Bevor man sich für einen Louisiana Catahoula entscheidet, sollte man sich über diesen Hund eingehend informieren, unter anderem darüber, für welche Arbeit oder für welchen Hundesport er geeignet ist, was ihm Spaß macht, ihn vor allem auch ausreichend fordert.

Dass der Catahoula ein Arbeitshund ist, heißt nicht – „Man kaufe sich einen Catahoula und hat damit automatisch einen fantastischen Arbeitshund egal für welchen Job.“ Diese Rasse bringt zwar hervorragende Anlagen für vielfältige Aufgaben mit, aber :

Nur wenn die Basis zwischen Hund und Hundeführer stimmt, wird der Hund erfüllen können was man von ihm erwartet und zeigen können wozu er in der Lage ist. Dann macht das Arbeiten mit dem Catahoula wirklich große Freude. Das gilt übrigens für alle Arbeitshunde.

Als Prüferin für Rettungshundeteams habe ich eines immer wieder eindrucksvoll feststellen müssen: Wenn die Basis im Team nicht stimmt, also die Beziehung Hund/Hundeführer, werden beide wohl niemals eine Prüfung erfolgreich ablegen. Und wenn mit Glück doch, wird es dem Hund immer massiv an Zuverlässigkeit im Einsatz fehlen. Aber wenn es stimmt, ist es eine Augenweide das Team, also Hund mit Hundeführer, arbeiten zu sehen.

Die Voraussetzungen für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit einem Catahoula sind

  • sehr gute Bindung zwischen Hund und Hundeführer
  • Vertrauen und Klarheit
  • Gehorsam
  • Ruhe, Gelassenheit, Stabilität
  • Führungskompetenz des Hundeführers

Anlagen und Arbeit

Catahoula Rüde Anjin zeigt in ausgezeichneter Weise seine rassetypischen Anlagen für die Treibarbeit

Bevor ich darauf eingehe für welche Aufgaben der Catahoula geeignet sein kann oder auch eher nicht, ist es mir wichtig, kurz etwas zu den Anlagen und den Zuchtzielen dieser Rasse zu sagen. Der Catahoula ist ein vielseitiger Arbeitshund und wird auch heute noch, vor allem von  erfahrenen Züchtern  in den USA, vornehmlich mit dem Zuchtziel „Erhaltung der Arbeitseigenschaften“ gezüchtet. Er ist kein Ausstellungshund!

Seine Aufgaben sind vornehmlich die Treibarbeit an Rindern, verlorene Rinder auffinden und zur Herde zurück zu treiben, das Aufspüren von Wild, das Stellen und Verbellen von Wildschweinen und anderem Wild das Treeing und das Bewachen der Farmen.

Nach diesen Anlagen wurden der Louisiana Catahoula über Generationen in der Zucht selektiert.

Catahoulas haben eine exzellente Nase und wissen sie intelligent einzusetzen

Der Catahoula kann, möchte und muss eigenständig arbeiten, „mitdenken“ und selbst Entscheidungen treffen dürfen. Das heißt Treibarbeit, alle Arten von Nasenarbeit und die Jagd sind seine große Leidenschaft. In den USA und hier in Europa hat er sich bei der Jagd, in der Fährtenarbeit, in der Rettungshundearbeit, beim Mantrailing, als Wassersuchhund und als Leichenspürhund bestens bewährt. Er hat eine exzellente Nase!  Die meisten Hundeschulen hier in Deutschland bieten heute Fährtenkurse, Mantrailing usw. an. Unter Indigos Jobs  einige weitere Infos über geeignete Nasenarbeit für diese Rasse.

Andere Hundesportarten mit dem Catahoula:

Das Agility gehört natürlich nicht zu den ursprünglichen Aufgaben des Catahoulas und entspricht erstmal nicht unbedingt seinen Anlagen. Diese Hundesportart erfordert vom Hund kein eigenständiges Arbeiten und Entscheiden.  Enge Teamarbeit mit dem HF steht hier im Vordergrund. Vor allem die leichteren und agileren Linien der Catahoulas, zeigen hier ganz passable und freudige Leistungen. Wie sich diese meist noch jungen Hunde hier langfristig entwickeln, kann ich nicht beurteilen. Da sollte man auf Erfahrungsberichte der jeweiligen Hundeführer warten. In Wettbewerben wird der Catahoula sich aber wohl nicht in der oberen Liga etablieren. Da gibt es wesentlich geeignetere Rassen. Ausnahmen gibt es natürlich. Ich denke auch, man sollte den Catahoulas, die mit Agility beschäftigt werden, unbedingt auch eine Aufgabe geben, die ihrem Bedürfnis nach eigenständigem Arbeiten gerecht wird. Am besten wäre eine Form der Nasenarbeit.

Unterordnung

Ein adäquater Gehorsam für den täglichen Bedarf und das Bestehen einer Begleithundeprüfung ist mit jedem Catahoula zu schaffen.

Der Catahoula im Schutzhundesport (IPO)?

Ich persönlich halte es für falsch diese Art Hund im Schutzhundetraining zu arbeiten. Hier gehen die Meinungen jedoch auseinander.

Der Catahoula  ist im Alltag ausgeprägt protektiv – keine optimalen Voraussetzungen für den Schutzhundesport.

Der Louisiana Catahoula hat ein ausgeprägtes, natürliches Bedürfnis die Seinen sehr eindrucksvoll zu verteidigen! Und Catahoulas haben die Eigenschaft selbst Entscheidungen zu treffen. Das ist wichtig für die Aufgaben, die ihnen zugedacht sind. In der Schutzhundearbeit kann das ein Problem werden, vor allem wenn nicht korrekt ausgebildet wird. Es gibt Berichte über Catahoulas, die die „Arbeit“ im Schutzhundetraining generalisiert haben und auch im Alltag im Ansatz oder zur Gänze zeigen. Auch der Wille zum absoluten und bedingungslosen Gehorsam fehlt dem typischen Catahoula nicht selten. Das ist jedoch in der Schutzhundearbeit unabdingbar. Und – Catahoulas werden erst spät erwachsen. Viele Vertreter dieser Rasse, die sich jetzt im jungen Alter in der Schutzhundearbeit führig und gut zeigen entwickeln sich noch bis zum Alter von 5 Jahren in Charakter und Durchsetzungsvermögen.

Zudem hat der Catahoula häufig für den Schutzarm einen zu „weichen Fang“. Die Kontrolle des Anbisses für seine Arbeit an den Rindern wichtig. Hier muss er sich ab und an Respekt verschaffen durch kurzes Anschnappen, meist im Maulbereich der Rinder, dabei aber nicht kräftig zubeißen. Das verhält sich bei der Jagd sicherlich anders. Vielleicht kann man manchen Catahoulas einen kräftigen Anbiss und Griff am Schutzarm antrainieren, aber warum sollte man das gerade bei einem Hund mit solchen Anlagen tun? Hat er einen weichem Fang hat, ist das wünschenswert. Im Übrigen zeigt die Erfahrung dass die meisten Catahoulas sich tatsächlich mit dem kräftigen Anbiss schwer tun, das heißt, sie lassen schnell wieder los oder  beißen nur mit halber Kraft.

Es gibt Gebrauchshunderassen, die für die Schutzhundearbeit (IPO) wesentlich geeigneter sind und auch für diese Aufgabe gezüchtet wurden. Wer mit seinem Hund diese Arbeit machen möchte, sollte sich für eine solche Rasse entscheiden.

 

Weitere Informationen zu Catahoulas in der Arbeit finden Sie auf der Website der European Association of Louisiana Catahoulas – EALC

Ruhephasen sind wichtig!

Der Catahoula ist ein Arbeitshund. Das heißt aber nicht, dass er jeden Tag bis zum Umfallen arbeiten muss. Er ist zwar ein sehr zäher und ausdauernder Arbeiter, aber Ruhetage und Auszeiten sind auch für diesen Hund wichtig. Er muss auch mal nur „Hund sein“ dürfen. Lange Spaziergänge, Entdeckertouren, ausgedehntes Schnuppern oder einfach mal einen Tag nur faul in der Sonne liegen braucht auch der Catahoula. Gerade den Welpen oder Junghunden dieser Rasse müssen Ruhepausen manchmal regelrecht „verordnet“ werden. Eine Hundebox ist daher ratsam. Hier „darf“ sich der Hund zurückziehen und kann gar nicht anders als sich ausruhen. Catahoulas, die im jungen Alter nicht gelernt haben abzuschalten und auszuruhen, können rastlose und nervöse Gesellen werden, denen die nötige Portion Ausgeglichenheit fehlt.

Hier gibt es Filme meiner beiden Catahoulas bei der Arbeit.

2 Kommentare

  1. Eine sehr informative Seite über den Catahoula!
    Sollte ich jemals nach einem solchen Hund gefragt werden, werde ich auf diese HP hinweisen.
    Hier wird alles gesagt, was bei Interesse an einem Hund dieser Rasse wichtig ist.
    Kompliment!
    Alles Gute für euch!

  2. Katja Stemler sagte am :

    Sehr geehrte Frau jBoysen
    mit großem Interesse habe ich Ihre Informationen über den Catahoula gelesen und finde sie absolut richtig und empfehlenswert. eine schöne und sachliche Beschreibung der Rasse die dem Lousiana Catahoula sehr gerecht wird. Ich bin selber seit kurzem Besitzerin einer erwachsenen Catahoula Hündin aus einer Zuchtauflösung. Wobei meine Hündin nur einen Wuf hatte und dann kastriert wurde. Ich bin ein Fan dieser Hunde aber nicht weil ich unbedingt einen haben wollte sondern weil ich ihre Eigenschaften als selbstdenkender Arbeitshund faszinierend finde. Leider habe ich feststellen müssen das sich viele Catahoula Besitzer einen anschaffen weil sie die Farbe und die Augen so toll finden. Wir sind da wohl einer Meinung das das nicht reicht. Meine Hündin ist bei mir gelandet weil es hieß sie ließe sich nicht von Fremden anfassen und würde beissen. Also entweder Tierheim oder Tierarzt…. . Dabei soll ihr fremdeln doch Rassetypisch sein! Und nun wird es zu einem Problem…. . Ich wünsche mir und vertraue auf Sie das Sie zu der Sorte Züchter gehören die sich die Leute sehr genau anschauen bevor Sie ihre Hunde abgeben. Obwohl ich persönlich der Meinung bin das diese Rasse nicht unbedingt in Deutschland verbreitet werden muss weil ich glaube das es zu wenig Menschen gibt die bereit sind sich wirklich mit so einer Art von Arbeitshund auseinanderzusetzen ( siehe Border oder Shepard die heutzutage nur noch Agility machen, eine Beleidigung ihrer Fähigkeiten) .
    Es verbleibt erst einmal mit freundlichen Grüßen und wünscht Ihnen alles Gute und einen gesunden Wurf
    Ihre Katja Stemler

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